André

Name: André
Alter: 29 Jahre
Haarfarbe: schwarz
Augenfarbe: blau
Sternzeichen: Wassermann

Mein Leben hatte sich durch Alexandra normalisiert. Ich haber erfahren was wahre Liebe ist. Doch dann kamen die White Taker und nahmen sie mir. Das werde ich ihnen nicht verzeihen. Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben, dass sie zu mir zurück kommt.

***** Leseprobe aus dem Roman *****

 Träume, Erinnerungen an ein normales Leben, Albträume, Momente aus der Gegenwart kamen und gingen. Stimmen, die mit mir sprachen. Sanfte Hände, die mich berührten. Lag ich in einem Krankenzimmer? Ich blieb selten lange genug wach, um geistesklar an der Realität teilnehmen zu können. Verwirrende Bilder überfluteten mich, wahrscheinlich aufgrund der Schmerzmittel. Bilder von André und mir in unserem letzten Urlaub in Tunesien. Einer der entspanntesten und schönsten Momente meines Lebens. Händchenhaltend waren wir am Abend den Strand entlanggegangen. André hatte eine herzförmige Muschel entdeckt und sie mir geschenkt. Dann überwältigten mich Erinnerungen an die Dark Taker. Blut, Wut und Macht. Ich spürte, wie mich jemand festhielt und meinen Namen rief, als ich mich wehrte. Wieder die schwarze Leere. Ein kurzer Moment zum Durchatmen. Dann sah ich Sam, wie wir an dem Videoabend nebeneinander saßen und flirteten. Sein Lächeln, sein Charisma. Ein Flimmern, auch diese Erinnerung verschwand. Dafür folgte der Moment, wo er während meiner Flucht nicht weit von mir das Motorrad zur Seite warf und meinen Namen rief. Plötzlich war auch André da und rief ebenso meinen Namen. Verwirrt hielt ich inne. Ich wusste nicht, zu wem ich laufen sollte. Beide streckten eine Hand nach mir aus. Sam mit seinen rotblonden, zerzausten Haaren. Wild, feurig und leidenschaftlich. André mit seinen starken Armen sprühte vor Kraft und Geborgenheit, umgeben mit einer Atmosphäre der Sicherheit. Hinter mir meine Feinde. Sie kamen näher. Tränen verschleierten meinen Blick.
Beide Männer schrien intensiver und gestikulierten. Mir blieb nicht mehr viel Zeit, doch für wen sollte ich mich entscheiden? Ich konnte keine Wahl treffen. Dann tauchten hinter ihnen die Dark Taker auf. Nun schrie ich ihnen zu, dass sie verschwinden sollten; ich wollte sie warnen. Sam sah die Angreifer früh genug. Er drehte sich um und kämpfte gegen sie. André wurde überrascht, doch auch er wehrte sich – wie ein Krieger in der Arena. Wen sollte ich retten? Beide brauchten meine Hilfe. Doch ich war zu schwach, beiden zu helfen. Verzweiflung erfasste mich. André fiel zu Boden, und zwei Arme richteten sich auf ihn, um seine Lebenskraft zu nehmen. Ein letztes Mal sah er mir in die Augen, flehend, vorwurfsvoll, bis er erschlaffte. Ich hatte ihn im Stich gelassen. Die Situation noch nicht richtig begriffen, sah ich zu wie Sam auf mich zurannte. Im gleichen Moment durchbohrte ihn eine Kugel; ein lautes Knallen war zu hören. Er stoppte in seiner Bewegung und brach vor meinen Füßen zusammen. Auch ihm hatte ich nicht helfen können. Mein Körper fühlte sich an, als ob ich selber angeschossen wurde, ich war völlig fassungslos. Beide hatten meinetwegen sterben müssen, weil ich mich nicht entscheiden konnte und gezögert hatte. Ich warf mich auf die Knie. Zitternd, bebend vor Enttäuschung und Wut gegen mich selbst.
Die Dark Taker kamen näher. Lachten mir ins Gesicht. Einer trat Sam in die Seite, ein anderer spuckte auf André. Trotz meiner Rage war ich unfähig, etwas zu unternehmen. Sie waren nun fast bei mir. Und ich gab mich auf, sah keinen Anlass mehr, weshalb ich leben sollte. Bevor sie mich erreichten, endete der Albtraum – mit einem erneuten Piksen in meinem Arm. War das der Tod? Konnte das Leben nicht mit schönen Erinnerungen oder Träumen enden? Musste ich auch auf den letzten Metern noch leiden? Lieber wollte ich nicht mehr existieren, als diesen Albtraum durchmachen zu müssen. Dann kam die gewünschte Dunkelheit und mein Körper konnte durchatmen. Für kurze Zeit.